Online- Casinos in der rechtlichen “Grau-Zone”

10 April, 2008

Online-Poker boomt, über 22 Millionen Google-Treffer, auch im Fernsehen ist das Kartenspiel nicht mehr wegzudenken. In einer Umfrage gaben 12 Prozent der Befragten an, im Internet schon einmal Poker gespielt zu haben. Und die Zahl derer, die vom Pokern leben, nimmt zu. Umstritten ist aber, ob sich deutsche Spieler strafbar machen, wenn sie in der virtuellen Welt um echtes Geld spielen.

Nach einer Studie des Berliner Beratungsunternehmens Goldmedia zum Online-Glücks-und Wettspiel gehen
rund 80 % der in Deutschland online getätigten Wett- und Glücksspieleinsätze von über drei Milliarden Euro am Staat vorbei, weil diese an ausländische Anbieter fließen. D.h. der Staat geht leer aus und das Finanzministerium würde gerne so schnell wie möglich die private Konkurrenz stilllegen.

Nach § 285 des Strafgesetzbuches macht sich in Deutschland der strafbar, wer sich “an einem öffentlichen Glücksspiel beteiligt”, außer das Glücksspiel ist mit staatlicher Genehmigung. Und genau das werden die
meisten Online-Casinos nicht. Sie bewegen sich aber in der rechtlichen “Grauzone”, denn sie bieten ihre Dienste hinter deutschen Grenzen an, durch das Internet ganz einfach.

Online-Pokern um Echt-Geld ist ein weitgehend risikofreies Vergnügen.(Gewinne können auch anonym kassiert werden) Bisher gab es in Deutschland kein Fall, in dem ein Spieler belangt
worden wäre, denn eine Strafverfolgung, heißt es bei vielen Staatsanwaltschaften, ist viel
zu aufwändig.

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